Obst, Milch, Müsli – Auch Gesundes kann krank machen

 Weißer Zucker aufs Müsli? Ein Sakrileg! Wenn schon Süße, dann gesunde. Also ein Schuss Ahornsirup oder Honig auf die Flocken, und die Bio-Welt ist in Ordnung. Wirklich? Weit gefehlt. Zumindest bei jedem dritten Deutschen richtet der gute Wille nur Schaden an: Ein Drittel der Erwachsenen in den Industrieländern leidet an „Fructosemalabsorption“. Hinter dem medizinischen Fachbegriff verbirgt sich die Unfähigkeit des Organismus, Fruchtzucker zu spalten und somit zu verarbeiten. Obst, besonders das unbehandelte mit hohem natürlichen Zuckergehalt, aber auch Honig, Zuckerrüben und diverse Gemüse sind für die Betroffenen tabu!
Lebensmittelunverträglichkeiten haben sich schleichend zu Volkskrankheiten. Besonders tragisch: Sie werden oft gar nicht erkannt, selbst von Ärzten nicht. Denn die Symptome sind denen anderer Krankheiten ähnlich. Fruchtzucker und Milchprodukte (Lactose) können Bauchschmerzen verursachen, Histamin in Wein, Käse, Sauerkraut ruft teils heftige Kopfschmerzen hervor, das Eiweiß Gluten in Getreide, Nudel, Pizza, Kekse, Bier lässt Magen und Darm revoltieren – mit zum Teil tiefgreifenden Folgen: Die Zotten des Dünndarms, in denen Eiweißspalter das Gluten für die Verdauung vorbereiten, bilden sich zurück; dadurch kann bei Kindern und Jugendlichen sogar das Wachstum gestoppt werden.
Vitafil.de listet die drei wichtigsten Krankmacher natürlichen Essens auf und sagt, wie Sie damit umgehen sollten.
Fructose kommt vor in Früchten, Gemüse, Zuckerrohr (brauner Zucker), Zuckerrüben und Honig. Betroffen sind etwa 30 Prozent aller Deutschen. Diagnose: Atemtest oder Blutzuckertest beim Arzt. Therapie: Oft genügt es, die Fruchtzucker-Aufnahme zu reduzieren – zwei Glas Apfelsaft sind das Höchste; besonders viel Fructose ist enthalten in Äpfeln, Bananen, Birnen, Kirschen, Fruchtsäften, Trockenfrüchten, Fruchtjoghurts, Honig.
Lactose kommt vor in Milch und Milchprodukten. Betroffen sind rund 20 Prozent aller Deutschen, besonders Erwachsene. Festgestellt werden kann die Unverträglichkeit durch einen Atemtest beim Arzt. Therapie: Es gibt keine; man muss auf alle lactosehaltigen Lebensmittel verzichten, etwa auf Milch, Brot- und Backmischungen, Süßigkeiten, Schokolade, Fertig-Suppen, Fertig-Müsli und Aromen. Lactosefrei sind Fruchtsäfte, Nüsse, Nudel, Reis.
Das Eiweiß Gluten kommt vor in Getreide und Getreideprodukten wie Weizen, Roggen, Hafer, Gerste, Dinkel, Grünkern, Nudeln, Pizza, Gebäck, Bier. Betroffen von Zöliakie sind mindestens ein bis zwei Millionen Menschen in Deutschland; allerdings ist die Dunkelziffer extrem hoch. Diagnose: Gezielte Blutuntersuchung und/oder Gewebeprobe aus dem Dünndarm. Therapie: Glutenhaltige Lebensmittel absolut meiden, selbst Spuren davon können schwer wiegende Folgen haben.
Histamin kommt vor in lange gelagerten oder gereiften Lebensmitteln wie Käse, Salami, Sauerkraut, Thunfisch-Konserven, Wein und Sekt. Betroffen von einer Unverträglichkeit ist etwa jeder hundertste Deutsche. Festgestellt werden kann sie an Hand der Symptome wie Juckreiz, Hautausschläge, Übelkeit, Erbrechen. Gewissheit bringt eine gezielte Blutuntersuchung. Behandelt werden kann die Histamin-Intoleranz nicht. Mann muss histaminhaltige Lebensmittel strengstens meiden. Schon ein Stück Käse kann die verträgliche Menge überschreiten.


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