Deutsche wollen alt werden: Zu wenige tun genug dafür

 Jeder dritte Deutsche (34 Prozent) möchte mindestens das 90. Lebensjahr erreichen. Dabei soll die Lebensfreude nicht durch Krankheiten, Altersarmut und Einsamkeit geschmälert werden. Zu wenige investieren aber in Gesundheit und finanzielle Vorsorge. Das ergab eine Studie der Gfk-Gruppe im Auftrag der Zurich Versicherung in Deutschland.

Größte Angst vor Alterskrankheiten

Die Deutschen möchten gerne alt werden: 99 Prozent der Befragten wollen mindestens 70 Jahre – jeder Dritte mindestens 90 Jahre alt werden. Knapp 16 Prozent wünschen sich sogar das Überschreiten der “magischen 100″. Dennoch sehen die Deutschen dem Älterwerden nicht unbeschwert entgegen. Mit dem Altwerden verbinden sie Ängste. So fürchten sich acht von zehn Befragten (81 Prozent) insbesondere vor Krankheiten im Alter. 44 Prozent befürchten ihren Kindern oder Verwandten wegen Erkrankungen oder Gebrechlichkeiten zur Last zu fallen. Vier von zehn (41 Prozent) sorgen sich vor einem allgemeinen Verlust der Lebensfreude. Und jeweils rund 36 Prozent beschäftigt die Gefahr im Alter zu vereinsamen oder von Altersarmut betroffen zu sein.

Je nach Berufsgruppe starke Diskrepanzen bei der Vorsorge

Die Studie zeigt, dass in Bezug auf das Vorsorgebewusstsein je nach Berufsgruppe signifikante Unterschiede herrschen. Zwar wollen 34 Prozent der Arbeiter gerne älter als 90 Jahre alt werden, doch nur 19 Prozent legen besonderen Wert auf gesunde Ernährung; 26 Prozent hoffen mit Sport und Bewegung für eine unbeschwerte Gesundheit zu sorgen. Die finanzielle Vorsorge ist lediglich für 32 Prozent der Arbeiter besonders wichtig, während dies in der Gruppe der Beamten bereits zwei von drei Befragten (65 Prozent) angaben. Neun von zehn (87 Prozent) der befragten Beamten geben an regelmäßig Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen. Etwa die Hälfte (51 Prozent) hält sich durch Sport und Bewegung fit. In Sachen Ernährung legen 46 Prozent besonderen Wert auf gesunde Mahlzeiten.

Verheiratete leben unbeschwerter

Im Vergleich zu Paaren ohne Trauschein sehen vor allem Verheiratete dem Alter unbeschwerter entgegen. Während 31 Prozent der Verheirateten eine Altersarmut befürchten, ist dieses Unbehagen bei in eheloser Partnerschaft Lebenden mit 42 Prozent deutlich ausgeprägter. Auch scheint der Trauschein für den Lebensabend mehr emotionale Sicherheit zu bieten: Nur knapp 29 Prozent der Verheirateten fürchten sich vor Einsamkeit im Alter. Bei unverheirateten Paaren sind dies über 43 Prozent und damit ähnlich viele wie unter den Ledigen (knapp 43 Prozent) und den getrennt Lebenden (42 Prozent).

Unsicherheit bei der finanziellen Absicherung

Insgesamt macht das Studienergebnis deutlich, dass jeder dritte Deutsche (37 Prozent) Angst vor Altersarmut hat – gleichzeitig glauben rund zwei von drei Befragten (62 Prozent), dass sie bisher bei der finanziellen Absicherung für das Alter nicht alles richtig gemacht haben. Etwa jeder Dritte (36 Prozent) legt nach eigenen Angaben besonderen Wert auf die persönliche finanzielle Vorsorge – ein Zeichen dafür, dass die Brisanz der finanziellen Situation im Alter beim Großteil der Bevölkerung im Bewusstsein, die Bereitschaft zu handeln, jedoch dramatisch gering ist.

Sichere und ergiebige Altersvorsorgeprodukte gefordert

Dem Missverhältnis zwischen den Befürchtungen der Bürger in Bezug auf ihre finanzielle Situation im Alter und der Bereitschaft finanziell ausreichend vorzusorgen, steht eine konkrete Erwartungshaltung an das Produktangebot der Assekuranz gegenüber. Die Befragten fordern Vorsorgemodelle, die sich ihrer individuellen Lebenssituation und ihrem Alter anpassen. So ist grundsätzlich jedem zweiten Deutschen (50 Prozent) vor allem eine ausgewogene Mischung aus Sicherheit und Renditechancen wichtig. Ausschließlich auf Sicherheit legt immerhin jeder Dritte (32 Prozent) beim Thema Altersvorsorge besonderen Wert; wobei nur ein sehr geringer Teil (3 Prozent) den persönlichen Fokus auf hohe Renditechancen ohne jegliche Sicherheiten legt. Interessant auch, dass sich im Laufe des Lebens der Anspruch an die Sicherheit der Vorsorgeprodukte verändert. In der Gruppe der bis 29-Jährigen legen nur rund 19 Prozent Wert auf eine höchstmögliche Sicherheit – bei den über 60-Jährigen sind dies 44 Prozent. Dagegen bevorzugen 60 Prozent der 40-Jährigen vor allem eine ausgewogene Mischung aus Sicherheit und Renditechancen.


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