In Berlin beginnt heute der 30. Deutsche Krebskongress. Drei Tage lang werden unter dem Motto „Forschung fo(e)rdern – Qualität sichern“die Experten beraten, über neue Therapien diskutieren und ihre Erfahrungen austauschen. Gesundheitsminister Bahr schrieb in seinem Grußwort, Krebserkrankungen müssten noch energischer und effektiver bekämpft werden.
Und was bedeutet das alles für diejenigen, die selbst oder deren Angehörige mit der tückischen Krankheit zu tun haben? Die Rheinische Post kommentiert dazu heute unter dem Titel: “Täglicher Kampf gegen Krebs”
Trotz aller Therapie-Erfolge wird Krebs auch in vielen Jahren noch zu den Haupttodesursachen gehören. Die staatlichen Krebsexperten setzen auf eine klare Strategie: Früherkennung, Früherkennung, Früherkennung. Das klingt plausibel: Wenn ein Tumor früh gefunden wird, ist er leichter zu behandeln. Denn der Schrecken des Krebs kommt meist später, oft durch die Metastasen – dann, wenn der Krebs anderes Gewebe zerstört. Die Früherkennung führt für den noch gesunden Patienten aber zu einem neuen, ungewohnten Problem: Soll man sich bereits therapieren lassen, auch wenn noch keine Krankheit ausgebrochen ist? Diese Frage kann nur in intensiver Beratung mit dem Arzt beantwortet werden.
Trotzdem ist Früherkennung wichtig und muss gefördert werden. Es ist aber zu einfach, den Kampf gegen Krebs auf Ärzte und Krankenkassen abzuwälzen. Wir neigen dazu, das Entstehen von Krebs den schädlichen Einflüssen der Umwelt zuzuschreiben. Das stimmt nur begrenzt: Wenig Obst und Gemüse, viel Fleisch, Tabak und Alkohol, Bewegungsmangel und Übergewicht, hohe UV-Strahlung sorgen für mehr Krebskranke als die Umwelt. Wer diese Dinge vermeidet, verringert sein Krebs-Risiko und ganz nebenbei auch das für andere Krankheiten. Wer nur auf Früherkennung setzt, handelt nach der Maxime: Ich lebe, wie ich will, der Arzt wird’s schon richten.
Ähnliche Themen
- Empfehlung: Impfen gegen Gebärmutterhalskrebs
Bereits seit März 2007 empfiehlt die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut (STIKO) in Deutschland für alle Mädchen von 12 bis 17 Jahren die Impfung gegen bestimmte Humane Papillomviren (HPV). Nach anfänglicher Kritik nahm die STIKO 2009 ein... - Krebsschnüffler auf vier Pfoten
Die feine Nase von Hunden wollen Ärzte aus Stuttgart und Nürnberg nutzen, Lungenkrebs früher zu erkennen. In einer Studie zeigten vier speziell trainierte Hunde verschiedener Rassen bereits, dass sie grundsätzlich dazu in der Lage sind, berichtet die... - “Erbschaften machen ein Drittel der Spenden aus”
Am 4. Februar haben sich wieder viele Organisationen im Rahmen des Welt-Krebstages um Aufklärung bemüht. Vitafil sprach mit Christiana Tschoepe von der Deutschen Krebshilfe e.V. über diesen Tag, die Spendenbereitschaft und Meilensteine in der Bekämpf... - Weltkrebstag: Wird Übergewicht zum Risikofaktor Nummer eins?
[caption id="attachment_8996" align="alignleft" width="200" caption="© Juan Gärtner - Fotolia.com"][/caption]
Der 4. Februar steht für den Kampf gegen Krebs. Organisationen planen am Weltkrebstag wieder Aktionen, um das Thema ins Bewusstsein zu rü... - KV-Sprechstunde zum Thema: Arthrose – Gelenkverschleiß
Schmerzende und steife Gelenke – Arthrose betrifft vor allem ältere Menschen. Aber auch immer mehr Jüngere haben Knorpel- und Knochenschäden. Am 31. Januar 2012 informieren Experten bei der nächsten Sprechstunde der Kassen Vereinigung (KV) Berlin übe... - Metropole statt Kurort? Berlin setzt auf Medizin-Tourismus
[caption id="attachment_8753" align="alignleft" width="200" caption="© Visual Concepts - Fotolia / Fotomontage: Franziska Kremtz"][/caption]
Das Reiseziel für Patienten, die zu einer medizinischen Behandlung nach Deutschland kommen, heißt immer hä... - Krebs-Erkrankung in verständlicher Sprache erklärt
Die Diagnose "Krebs" ist für jeden immer noch ein Schock. Sie kommt jedoch längst nicht mehr einem Todesurteil gleich. In den letzten Jahren sind die Chancen auf eine Heilung bei vielen Krebsarten deutlich gestiegen. Das entsprechende Wissen vorausge... - Krebs: KKH-Allianz bietet neue Cyberknife-Behandlung an
Jährlich sterben in Deutschland über 200.000 Menschen an Krebs. Eine heftige Tortur mit Chemotherapie und Bestrahlung war bisher oftmals die einzige Möglichkeit, den Krebs zu bekämpfen. Die Krankenkasse KKH-Allianz bietet nun ein neues schonendes Ver... - Berliner Gärtner sind öfter krank
Rückenerkrankungen sind Schuld daran, dass Gärtner in Berlin besonders lange wegen im Job fehlen. Im ersten Halbjahr 2011 hatten sie die höchste Anzahl an krankheitsbedingten Fehltagen. Das ergab eine aktuelle Auswertung der viertgrößten bundesweiten... - Erster bundesweiter “Aktionstag Gefäßgesundheit”
Am 25. Juni 2011 wird an mehr als 70 Orten der erste bundesweite "Aktionstag Gefäßgesundheit" veranstaltet. Der Aktionstag informiert über die gefährliche Krankheit PAVK (periphere arterielle Verschlusskrankheit), an der in Deutschland mehr als 4,5 M... - Weltkrebstag am 4. Februar: Krebsmedikamente der Zukunft
"Jedes dritte Projekt unserer Forscher ist gegen Krebs gerichtet - diese Geißel, die bald die weltweit häufigste Todesursache werden dürfte. Dabei haben die neuen Medikamente der letzten zehn Jahre die Behandlung vielfach schon weit wirksamer gemacht... - Video: PSA-Wert in der Diskussion
Der sogenannte PSA-Wert ist bei den Urologen umstritten: Was sagt er aus? Was bedeutet das für die Gesundheit des Mannes? Immerhin hat sich nach Angaben des Robert Koch-Instituts die Häufigkeit von Prostatakarzinomen in den letzten 15 Jahren verdoppe... - Video: Medikamentensucht und Therapie / Teil 2
Im ersten Teil unseres Videos zu diesem Thema haben wir uns mit Medikamenten beschäftigt, die süchtig machen können und gar nicht mehr die gewünschte Linderung der Leiden bringen. Bei der speziellen Migräne-Therapie müssen Patienten teilweise erst "e... - Video: Medikamentensucht und Therapie / Teil 1
Erst kürzlich sorgte eine Studie für Aufsehen: US-Forscher wiesen nach, dass bestimmte Medikamente bei einigen Parkinsonpatienten Spiel-, Ess-, Kauf- oder Sexsucht auslösen können. Aber auch hierzulande können Medikamente süchtig machen, wenn man si... - Der Kampf gegen die Angst
Dem Magazin Blickpunkt der Berliner Zeitung zufolge benötigen ca. 30% aller an Krebs erkrankten Patienten eine psychoonkologische Behandlung aufgrund der durch die Erkrankung hervorgerufenen starken seelischen Belastungen. Auch Angehörige sollten nac...
Tags: Berlin, Kongress, Krebs, Rheinische Post