Nur jeder Zweite liest sich den Beipackzettel richtig durch

Mit dem kalten Wetter steigt auch wieder die Erkältungsgefahr: Um die Symptome wie Husten, Schnupfen und Fieber zu bekämpfen, greifen viele Deutsche schnell zu rezeptfreien Arzneimitteln. Doch laut einer von der KKH-Allianz in Auftrag gegebenen Umfrage, lesen sich nur 48 Prozent den Beipackzettel detailliert durch.

 

13 Prozent der 545 Befragten gaben sogar an, die Packungsbeilage überhaupt nicht zu lesen. “Das kann in manchen Fällen riskant sein. Denn bei einer falschen Dosierung oder Kombination mit anderen Arzneimitteln können ungewünschte Nebenwirkungen auftreten”, warnt Richard Schirowski vom KKH-Allianz Serviceteam in Böblingen.

Deshalb rät der Experte, bei einer Erkältung oder Schmerzen nicht leichtsinnig zu Tabletten zu greifen: “Am besten ist es, bereits beim Kauf in der Apotheke nach möglichen Risiken zu fragen. Wer zu Hause noch Arzneimittel aufbewahrt hat, sollte sich vor der Einnahme noch einmal im Beipackzettel über die Höhe der Dosierung und die Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten informieren.” Allerdings hat die Umfrage auch gezeigt, dass die Packungsbeilage nicht immer vom Leser vollständig verstanden wird. Dies gilt vor allem für die ältere Altersgruppe. 49 Prozent der 50- bis 70-Jährigen stuften die Informationen als eher unverständlich ein. Besonders die vielen Fachbegriffe wurden von 68 Prozent kritisiert.

“Wer sich unsicher ist, sollte besser noch einmal bei seinem Arzt oder Apotheker nachfragen. Auch die Gesundheitshotline der KKH-Allianz hilft in solchen Fällen weiter. Die medizinischen Experten sind 24 Stunden telefonisch erreichbar “, erklärt Schirowski. Vor allem bei Kindern ist auf eine geeignete Arzneimitteltherapie zu achten: Nicht jedes Medikament, das für Erwachsene zugelassen ist, darf automatisch niedrig dosierter an Kinder verabreicht werden. Oftmals gibt es spezielle Präparate, die auf Kinder abgestimmt sind. “Ebenso ist manchmal einfach ein wenig Geduld gefragt”, weiß Schirowski. Eine fiebersenkende Wirkung tritt oftmals erst verzögert ein. Deshalb sollten die zeitlichen Abstände der Einnahme, die der Hersteller im Beipackzettel empfiehlt, unbedingt eingehalten werden.

Foto: Franziska Kremtz


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