Presseschau: EHEC in den Zeitungen

 Das Thema EHEC bestimmt neben der neuen Aschewolke aus Island heute die Schlagzeilen. Die Stuttgarter Nachrichten kommentieren:

Nicht nur den Hypochondern und Pschyrembel-Neurotikern geht inzwischen der Name des aggressiven EHEC-Bakteriums wie geschmiert über die Lippen. Nie war mehr Enterohämorrhagische Escherichia coli. Doch gemach. Was ist geschehen? Wie jedes Jahr gibt es Infektionen mit diesem Bakterium. Diesmal sind es ein paar Fälle mehr.

Die Neue Osnabrücker Zeitung schreibt:

Das Ausmaß und die Schwere der Erkrankungen haben offenbar jetzt aber auch die Experten völlig überrascht. Gut zwei Wochen nach dem Ausbruch tappen sie selbst bei der Frage nach der Quelle noch im Dunkeln. Auch darüber, warum EHEC-Infektionen erst seit den 80er-Jahren auftauchen, gibt es bisher nur Spekulationen. Einige Wissenschaftler führen das darauf zurück, dass die Rinder, die häufig Verbreiter der Keime sind, artwidrig gefüttert werden. Diese These ist allerdings umstritten.

Auch die Neue Westfälische aus Bielefeld beschäftigt sich mit dem Thema und hält drei Aspekte des aktuellen Geschehens für bemerkenswert:

Erstens die Tatsache, dass es bislang noch nicht gelungen ist, das aktuelle Vehikel des Keims zu identifizieren. Ist es wirklich rohes Gemüse? Sollte das wirklich der Auslöser sein, stellt sich die Frage: Wie sollen die Bakterien, wenn nicht durch Rindergülle, auf derart große Mengen des Lebensmittels gelangen, dass gleich hunderte von Menschen erkranken? Da müssen die Hygieneinstitute noch Detektivarbeit leisten. Zweitens die Schwere der Krankheitsfälle. Dass Erwachsene, sonst gesunde Menschen, wegen des Keims um ihr Leben kämpfen oder gar daran sterben müssen, ist beunruhigend. Hat sich da im Mikrozoo der Darmflora etwas verändert? Sind die EHEC-Bakterien womöglich aggressiver geworden? Auch hier gibt es noch viel zu erforschen. Drittens: Statt wie zu erwarten Kinder sind offenbar eher Frauen betroffen. Trifft das zu, kann man auch hier über die Gründe nur spekulieren. Sie können physiologischer wie auch sozialer Natur sein. Allen drei Fragen wird die Wissenschaft weiter nachgehen. Der Verbraucher erfährt im Moment nur einmal mehr, wie wichtig auch heute noch die Hygiene beim Umgang mit Lebensmitteln ist.

Die Mitteldeutsche Zeitung empfiehlt:

Das gründliche Waschen oder Schälen von Obst und Gemüse muss vielleicht ebenso wieder eingeübt werden wie das selbstverständliche Händewaschen, bevor man in der Küche an die Arbeit geht. Die Appelle der Mediziner, diese alten Regeln doch bitte wieder ernst zu nehmen, werden jetzt eindringlich bestätigt.


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