Der Kampf gegen die Angst

Dem Magazin Blickpunkt der Berliner Zeitung zufolge benötigen ca. 30% aller an Krebs erkrankten Patienten eine psychoonkologische Behandlung aufgrund der durch die Erkrankung hervorgerufenen starken seelischen Belastungen. Auch Angehörige sollten nach Aussagen der Berliner Psychoonkologin Karoline von Steinaecker beraten werden. So existiert nach Auffassung der Expertin bei rund 40-45% der Angehörigen Beratungsbedarf. Bei der Psychoonkologie handelt es sich um ein relativ neues Forschungsfeld, das sich mit den sozialen und psychologischen Konsequenzen einer Krebserkrankung befasst und diesen mit einem Therapieangebot, das  Entspannungs-, Kreativ-, Gesprächs- und Verhaltenstherapien umfasst, begegnet.

Der Bekämpfung der Angst als größtem Belastungsfaktor kommt dabei eine essentielle Bedeutung zu. Denn auch bei Krebserkrankungen beeinflusst eine optimistische Einstellung den Behandlungserfolg meistens positiv. Andauernde Angstzustände hingegen können sich zu Depressionen entwickeln, die den Krankheitsverlauf teilweise negativ beeinflussen. Über längere Zeit unbehandelte Depressionen können das Krebsrisiko sogar bereits im Vorfeld steigern.

In einem Interview der gleichen Ausgabe äußert Frau von Steinaecker allerdings, dass psychoonkologische Therapien auch erst nach Beendigung der eigentlichen Krankheitsphase nötig sein können, da die Patienten teilweise erst zu diesem Zeitpunkt zur Ruhe kommen und anfangen können das Erlebte zu verarbeiten.
Darüber hinaus stellen ihrer Auffassung nach Angehörige und Freunde eine wichtige Hilfe und Unterstützung während der Krankheit dar, sofern sie Stärke signalisieren und den Patienten nicht durch ihr eigenes Leiden unter Druck setzten. Jedoch gilt es für die Angehörigen zu beachten, dass sie sich in einer solchen Lebensphase nicht selbst vernachlässigen und auch einen Ausgleich für die eigene Belastung finden.

Eine gute Aufklärung der Angehörigen und Freunde ist hierbei besonders wichtig. Auch Kinder sollten nach Meinung von Frau von Steinaecker unbedingt altersgerecht aufgeklärt werden, da sie die Veränderungen mitbekommen und sich gegebenenfalls schuldig fühlen. Für sie ist eine Behandlung besonders wichtig, da sie sich verschließen können oder zunächst gefasst wirken und im späteren Lebensverlauf in Depressionen verfallen.

Schwache Beziehungen können an solch einer Krankheit zerbrechen, für gut funktionierende Partnerschaften hingegen bietet eine derartige Erkrankung auch die Chance einer Intensivierung und Stärkung.


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