Was ist Diabetes mellitus?

Es gibt zwei Arten der Zuckerkrankheit.

1) Diabetes mellitus Typ 1
Diese Stoffwechselstörung tritt meist bei jüngeren Menschen auf – vor allem in Industrienationen. Grund ist eine Auto-Immunerkrankung, deren Ursachen bislang unklar sind. Im Verdacht stehen vor allem Virusinfektionen wie Masern und Mumps sowie psychische Belastungen.
Klar ist: Bei dieser Immunreaktion zerstört das Abwehrsystem des eigenen Körpers die Insulin produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse. Folge ist ein Insulinmangel. Der wiederum verschuldet eine Unterversorgung der Körperzellen mit dem Energielieferanten Glukose. Denn dieser im Blut zirkulierende Zucker kann von den Zellen nicht aufgenommen werden.

Bei dem im Volksmund unter dem Namen Zuckerkrankheit bekannten Leiden liegt damit ein erhöhter Blutzucker vor. In diesem Fall zirkuliert zu viel Glukose, also Zucker, im Blut (Hyperglykämie). Grund ist eine fehlerhafte Wirkung des Hormons Insulin, das in der Bauchspeicheldrüse gebildet wird und dafür sorgt, dass der Energiespender Zucker aus dem Blut in die Körperzellen gelangt. Bei Diabetikern ist diese Funktion gestört. Durch Insulin-Mangel ist der Stoffwechsel entgleist. Das für den Stoffwechsel dringend nötige Insulin muss dem Körper daher zugeführt werden – und das ein Leben lang. Denn: Der Zerstörungsprozess der Insulin produzierenden Zellen ist irreparabel.
Nach dem jetzigen Stand der Wissenschaft ist Diabetes mellitus unheilbar.

Die Symptome
- übermäßiger Durst
- Harndrang
- Gewichtsverlust
- Müdigkeit
- Konzentrationsstörungen
- Magenschmerz
- Erbrechen
- verschwommenes Sehen

2) Diabetes mellitus Typ 2

Bereits gut sechs Millionen Deutsche sind erkrankt. Weltweit erkranken jährlich sieben Millionen Menschen an der tückischen Krankheit.
Bei dieser auch „Altersdiabetes“ genannten Krankheit wird Insulin zwar noch gebildet, dieses vorhandene Insulin jedoch kann von den Körperzellen nicht richtig aufgenommen werden – diese sind resistent, also unempfindlich. Damit kann der Zucker, den das Insulin eines gesunden Menschen in die Körperzellen ausschüttet, bei einem Diabetiker nicht mehr als Energielieferant dienen.
Gut 90 Prozent der Diabetiker leiden unter dieser Variante – der so genannten Wohlstandskrankheit. Die Ursache liegt meist in der Überernährung: Essen im Überfluss. Essen über das Sättigungsgefühl hinweg. Essen bei zu geringer Bewegung.
Der Prozess im Einzelnen: Übermäßig viele Kalorien werden zugeführt. Dadurch muss mehr Insulin gebildet werden. Zudem nimmt die Empfindlichkeit der Körperzellen gegenüber dem Hormon ab. Um dies auszugleichen und den Blutzuckerspiegel zu senken, bildet die Bauchspeicheldrüse zunehmend Insulin – was die dafür zuständigen Zellen überlastet. Die Produktion bricht zusammen.

Anders als beim Typ-1-Diabetes ist eine Insulin-Therapie nicht sofort notwendig. Schließlich produziert der Körper aus eigener Kraft genug Insulin. Bedingung ist eine rechtzeitige Diagnose. Sollte allerdings eine gesündere Lebensweise (Bewegung, Gewichtsreduktion, Ernährungsumstellung) nicht reichen, wird die Erkrankung etwa mit Antidiabetika-Tabletten behandelt. Diese unterstützen den Stoffwechsel und die Insulin-Produktion, sorgen zudem für eine gute Blutzuckereinstellung. Sind Folgeschäden bereits aufgetreten, sind Medikamente unausweichlich.

Die Risikofaktoren
Entscheidende Einflüsse haben Bewegung, Ernährung, Gewicht und die erbliche Vorbelastung. Im Einzelnen:
- Übergewicht, Fettleibigkeit
- zu wenig Bewegung
- ungesunde Ernährung
- hoher Blutdruck
- hoher Cholesterinwert
- Familiengeschichte: Zuckerkrankheit in der Verwandtschaft
- Schwangerschafts-Diabetes
- zunehmendes Alter
- Glukose-Intoleranz

Die Symptome
- übermäßiger Durst
- Harndrang
- schlecht heilende Wunden
- Juckreiz
- Müdigkeit
- Konzentrationsstörungen
- verschwommenes Sehen

Die Folge- und Begleiterscheinungen
- diabetisches Fußsyndrom: Darunter leiden derzeit rund 240.000 Patienten in Deutschland. Die KKH-Allianz beziffert die Zahl der amputierten Diabetiker auf 25.000.
- Netzhauterkrankungen: Dies ist die häufigste Ursache einer Erblindung bei Menschen zwischen 20 und 65 Jahre. Alle 90 Minuten erblindet in Deutschland ein Diabetiker.
- Nierenerkrankung: Im Jahr 2007 wurden rund 60.000 deutsche Patienten mit einer chronischen Nierenersatz-Therapie behandelt. Eine Erkrankung tritt meist nach 15 bis 20 Jahren auf.
- Erkrankungen von Herz und Kreislauf: Gut 75 Prozent aller Diabetiker sterben an Herzinfarkt.
- Bluthochdruck: 77 Prozent aller Diabetiker leiden daran.

Der Begriff „Altersdiabetes“ soll dabei nicht von einem postmodernen Phänomen ablenken: Auf Grund von Übergewicht und mangelnder Bewegung erkranken zunehmend Kinder an diesem Typ Diabetes.
Auch Diabetes mellitus Typ 2 ist nicht heilbar.


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